35. Wolkersdorfer Kulturtage - Eröffnung

Nachbericht zur Eröffnungsveranstaltung der 35. Wolkersdorfer Kulturtage

begruessungJüdische Klezmer Musik war bei der Eröffnungsveranstaltung der 35. Wolkersdorfer Kulturtage in der kath. Kirche Verklärung Christi in Wolkersdorf zu hören. Die Verbindung von zwei Kirchenkulturen soll den Bürgern den Mut geben, offen für andere Kulturen zu sein und gleichzeitig die eigene Kultur weiter zu pflegen.

WOLKERSDORF – „Kultur verbindet und Kultur bietet die Chance, sich auch weiterzuentwickeln“, so Heiner Weiss, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Wolkersdorf bei der Eröffnungsveranstaltung der 35. Wolkersdorfer Kulturtage. „Er freue sich, dass für dieses Jahr das Klezmer-Trio „Le Chaim“ gewonnen werden konnte“, erklärte Weiss weiter dem zahlreich erschienenen Publikum. Die traditionelle Klezmer Musik der osteuropäischen Juden, die sehr ausdrucksstark zugleich lebendig und fröhlich ist, brachte eine besondere Stimmung in den sakralen Raum der kath. Kirche.

„Le Chaim“, was aus dem jiddischen übersetzt soviel wie „Auf´s Leben“ bedeutet, versetzte das Publikum in eine besondere Welt. „Diese Musik lässt die Gedanken unwillkürlich treiben“, merkte Oberbürgermeister Matthias Thürauf in seinen Grußworten an. Da bieten sich die Kirchen und die Kulturtage als Orte der Begegnung an, „was toll und wichtig für unseren Zusammenhalt und unser Zusammenleben ist“, so der Thürauf weiter. Dabei betonte der Oberbürgermeister die tolle Zusammenarbeit mit der Bürgergemeinschaft im Ortsteil Wolkersdorf mit den Worten: „Aus Sicht der Stadt ist dies eine schöne Einrichtung – Danke!

Pfarrer Edmund Wolfsteiner, Hausherr der kath. Kirche Verklärung Christi, sprach von drei Kunstobjekten, die er auf einem anderen Kunstweg im Urlaub entdeckte. Diese drei Objekte waren allesamt durchlöchert oder aufgerissen und gaben somit den Blick auf andere Dinge preis. Dadurch konnte der Betrachter einen Blick auf das Dahinter werfen. „Kunst lässt die Augen öffnen und Kunst schenkt uns einen tiefen Blick“, erläuterte Wolfsteiner. Durch diesen erweiterten Blick wird die Hoffnung genährt, die sich in „unserer Kulturgesellschaft breitmachen kann“.

Zwischen den kurzen Eröffnungsreden gab es drei Musikblöcke vom Nürnberger Trio „Le Chaim“, die in der klassischen Besetzung Geige mit Oleksandr Demydas, Klarinette mit Evgeny Fischkin und E-Piano mit Viktoria Kravschuck auftraten. Die Musiker stammen aus den verschiedenen Republiken der ehemaligen Sowjetunion und leben in der Zwischenzeit in der Region. Ihre Melodien wurden einst in den Hütten mit Strohdächern, in Odessas Kneipen und auf jüdischen Hochzeiten gespielt und erinnern an diese vergangene Zeit.

Die Traditionelle Kleidung mit dem typischen Hut waren das optische Element des Trios, die musikalische Handschrift dagegen sehr ausdrucksstark und mit viel Emotion gespielt. Die Zuhörer hatten nicht den Eindruck, dass hier Profimusiker zu Werke sind. Die Emotionen aus den Instrumenten, die zu einem musikalischen Dreiklang in den Kirchenraum zu den Besuchern gelangten, weckten zwangsläufig die Gefühle dieser.

Dabei wurde der Gang zur Synagoge mit „Shalom Alechem“ oder das Gespräch mit dem Rabbi bei „Dancin with the Rabbi“ musikalische Wirklichkeit. Im zweiten Teil waren weltlichere Titel auf der Tagesordnung. „If i were a rich Man“ von J. Bock und „Ba mir bist du sheyn“ von S. Sekunda waren vielen von den älteren Damen und Herren im Publikum noch aus dem Jugendradio bekannt.

Der dritte musikalische Teil befasste sich mit dem Thema Hochzeit. Dabei hatte der Zuhörer den Eindruck, live bei der Hochzeit dabei zu sein und als Gast mitzutanzen und mitzusingen. Gerade die Mischung aus hoch emotional geladener Musik und humoristischer Darstellung des Lebens machte diese Musik so lebendig und kurzweilig. Eine Musik gespielt mit sehr viel Gefühl, das die Besucher der Eröffnung der Kulturtage direkt bewegte. Dies spiegelte sich an den kräftigen und langen Applauseinlagen wieder sowie an den vielen Zugaben wider.

 

Klaus Waldmüller

 

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