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35. Wolkersdorfer Kulturtage - Mozartabend

Nachbericht zum Mozartabend der 35. Wolkersdorfer Kulturtage

mozartabendEr hat es ihnen angetan! Er ist Wolfgang Amadeus Mozart und sie sind die Pianistin Mariko Takazoé und die Violinistin Suyeon Kang, zwei Weltklassemusikerinnen. Auch wenn Mozart seit über 200 Jahren tot ist, so lebt sein Charme mit seinen Werken immer noch und betört Menschen. Die beiden Künstlerinnen haben es sich gemeinsam zur Aufgabe gemacht, sämtliche Mozartsonaten in einer Konzertreihe zu spielen. Die Wolkersdorfer Kulturtage bieten dafür eine besondere Plattform.

WOLKERSDORF/ REICHELSDORF – Bereits zum fünften Mal standen die Pianistin Mariko Takazoé und die Violinistin Suyeon Kang bei den Wolkersdorfer Kulturtagen auf der Bühne im Pfarrsaal der kath. Kirche Heilige Familie in Reichelsdorf. Aufgrund der Tatsache, dass der Saal ideale Voraussetzungen für solche Konzerte bietet, lagerte die Bürgergemeinschaft Wolkersdorf dieses besondere Kulturkonzert nach Reichelsdorf aus.

Die international bekannten und auch mehrfach ausgezeichneten Musikerinnen haben einen persönlichen Wunsch: Sie möchten in einer Konzertreihe sämtliche Mozartsonaten spielen. Die charmanten Kompositionen aus Mozarts feinfühliger Hand entsprechen genau dem Genre der beiden Künstlerinnen. Ihr aufeinander abgestimmtes, einfühlsames Spiel lässt die wahre Interpretation Mozarts stilvoll zu Tage treten.

Mariko Takazoé wählte bewusst die Klaviersonate KV 545 in D-Dur als Eingangswerk, da diese ursprünglich als die kleine Klaviersonate für Anfänger bezeichnet wurde. Später wurde sie als Sonata Facile umgetitelt. Für den Zuhörer klingt die Sonate sehr leicht, doch für den Pianisten ist Mozarts Werk aufgrund seines vielschichtigen Aufbaus eine Herausforderung, die Takazoé mit ausgefeilter und eleganter Technik brillant meisterte.

Viel Feingefühl beweisen die beiden Künstlerinnen bei der Sonate für Klavier und Violine KV 379 in G-Dur und erfreuten dabei ihre Zuhörer mit ihrem engagierten und ausdrucksvollen Spiel. Hier spürte der Zuhörer sehr deutlich die Erfahrenheit und die Begabung von Takazoé und Suyeon, welche in völliger Leichtigkeit und zarter Eleganz um Mozarts Noten mündeten. Das Publikum bewertete dies mit einem entflammten Zwischenapplaus.

Zwei Jahre vor Mozarts Tot entstand seine vorletzte Sonate, die Klaviersonate KV 570 in B-Dur mit den Sätzen Allegro, Adagio und Allegretto. Faszinierend kreativ verband Takazoé die Einfachheit und Geradlinigkeit Mozarts thematischer Erfindung mit der kompositorischen Meisterschaft. Diese Versiertheit wirkte auf das Publikum umso interessanter, je simpler und unspektakulärer der Ausgang ist. Takazoé gab dem Werk genau diese Ausdruckskraft und Stärke, die Mozart sich vorgestellt hat.

Nocturne Opus 27 Nr. 1 in Cis-Moll und die Etude Opus 10, Nr. 5 in Ges-Dur, beides Werke von Frédéric Chopin, Schöpfer des modernen Klavierspiels, rundeten den ersten Teil des Abends ab, den die Pianistin Mariko Takazoé romantisch sowie anmutig in Stil und Ausführung beherrschte.

Die Weiterführung Mozarts Klaviersonaten waren die Klavier- und Violinsonaten Ludwig von Beethovens. Mit der Sonate für Klavier und Violine, Opus 12 Nr. 1 in D-Dur wählten die beiden Künstlerinnen ein ideales Ergänzungswerk, bei dem die Violine zu einem gleichberechtigten Partner geworden ist. Weltklasseviolinisten Suyeon Kang verkörperte diese Rolle zu einem Finale Grande bei den Wolkersdorfer Kulturtagen.

Die begnadete Geigerin Kang baute in den letzten Jahren ihr Können kontinuierlich aus und brachte beim Mozartkonzert ihre Violine wundervoll zum Singen. Dabei ließe sie sich vom Klavier führen, jedoch nicht beherrschen, gleichsam einer Dame, die sich ihres Talentes durchaus bewusst ist.

Ein fulminanter Höhepunkt eines außergewöhnlichen Konzertes zweier Weltklassekünstlerinnen, die ihr Talent bei den Wolkersdorfer Kulturtagen in klangschönen Melodievarianten präsentierten. Anhaltender Beifall und Bravorufe gab es vom begeisterten Publikum. Ein wunderbarer Konzertabend mit zwei außergewöhnlich begabten Künstlerinnen.

 

Klaus Waldmüller

 

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