Abschluss der Wolkersdorfer Kulturtage

Abschluss der Wolkersdorfer Kulturtage mit vielen Höhepunkten

abschlussFulminante Höhepunkte gab es zum Ende der Wolkersdorfer Kulturtage. Den Veranstaltern gelang es, ein breites Spektrum von Kultur auf hohem Niveau zu bieten. Zu hören, zu sehen und zu genießen waren Dialekt, Kleinkunst, Musik und christliche Kultur.


WOLKERSDORF – Den Anfang machte Günter Stössel, Urgestein Nürnberger Dialektkunst. Zusammen mit Anja Seidel präsentierten sie „Wilhelm Busch aff fränggisch“. Max und Moritz mit fränkischen „Gwaaf“, - da wachsen die Streiche der beiden noch mehr ans Herz. Stössel mit seinem schon deftig-derben Fränkisch als Hommage an seine Jugendjahre und Gassensprache übersetzte die Geschichten nicht wortwörtlich, sondern lässt Buschs Werk seinen eigenen Charakter – jedoch auf fränkisch. Daneben spricht die Radiomoderatorin, Sprecherin, Kabarettistin und Schauspielerin Anja Seidel im charmanten Hochdeutsch und lässt Max und Moritz dabei so richtig lebendig werden. Dazu gab es „Liedla“ über „Nämberch“ und „Schäufala to go“.

Die drei Freunde „Willy“ (Karlheinz Odörfer), „Kuddl“ (Malte Buhr) und „Hansi“ (Johannes Müller) vom Theatrum-Mundi-Ensemble übernahmen die Bühne und stellten in ihrer Musikkomödie den Bankrott der Lebemänner „Die Drei von der Tankstelle“ dar. In einer brillanten Darstellung rissen sie das Publikum von ihren Stühlen. Ausdrucksstarke Mimik und Gestik brachten das Zwerchfell der Besucher in derartige Schwingungen, dass die Statik des Hauses der Gemeinde zeitweise gefährdet war. Mit einem gemeinsamen Liedabschluss von Stössel, Seidel und Theatrum-Mundi-Ensemble inspirierten die Künstler ihr Publikum zum Mitsingen und bildeten zusammen die Frankenchöre von Wolkersdorf.

Feurig, leidenschaftlich und zugleich zärtlich präsentierten die beiden Musikerinnen Vera Lorenz (Violine) und Renate Engel (Klavier), besser bekannt als „Duo Virtuos“ ihre Tangos. Ein musikalischer Streifzug durch internationale und argentinische Tangos weckte in den Zuhörern die Leidenschaft, das Tanzbein zu schwingen. Doch die Rahmenbedingungen des Konzertes untersagten dies. Jedoch entfachten die beiden bezaubernden Musikerinnen das sonore Feuer. Behutsam wählten Lorenz und Engel ihre Werke aus, um die einzelnen Stilrichtungen bis hin zum europäischen Tango darzustellen.

Vom Fränkischen Kabarett über den Tango ging letztendlich die Finalreise der Wolkersdorfer Kulturtage zum christlich-ökumenischen Ausklang. Traditionell enden die Kulturtage mit einem Gottesdienst. Die diesjährigen Kulturtage zeichneten sich mit Kreativität und Begabung aus und „weckten Wohlgefühl, Glanz und Staunen für Auge, Ohr, Gaumen und Finger“, so Pfarrer Rainer Kroninger von der ev. Kirchengemeinde in seiner Ansprache. Diese beflügelnde Wirkung möge der Besucher mit nach Hause nehmen und im täglichen Leben einsetzten, ja sogar weiterentwickeln. „Lassen Sie die Kreativität nicht liegen“, forderte Kroninger zuletzt die Besucher auf.

Heiner Weiss, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Wolkersdorf, die Ausrichter der Kulturtage war, appellierte an den Mut der Kulturbegeisterten, ihre eigene, selbstbewusste und christliche Kultur beizubehalten. „Kultur sind wir alle zusammen“, so Weiss. „Das ist die Basis für eine solide Integrationsfähigkeit. Dazu sollten wir stehen“. Bei einem gemeinsamen „Tratsch“ mit einem Glas Wein und griechischen Häppchen klangen die 35. Wolkersdorfer Kulturtage aus.

 

Klaus Waldmüller

 

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