Nachbericht Wolkersdorfer Backofenfest 2017

Nachbericht 5. Wolkersdorfer Backofenfest

backofenfest6Das Bäckerhandwerk generell nimmt mit großen Schritten ab und wird durch industrielle Großbäckereien ersetzt. Derzeit sind in Schwabach noch vier handwerklich geführte Bäckereien übrig – (ST berichtete). So ist es einfach schön anzusehen, wenn auf dem Land diese alte Handwerkskunst erhalten bleibt oder auch wiederbelebt wird. Naturprodukte und Geduld sind die Zutaten. Ein knuspriges Bauernbrot das mit Liebe im Holzbackofen gebacken wurde. Dazu regionaler Schinken, selbstgemachter Obazda und ein regionales Bier – das sind die Bestandteile des Backofenfestes der Bürgergemeinschaft Wolkersdorf.   

WOLKERSDORF – Sich in nach getaner Arbeit hinsetzten und einfach nur „Ratschen“. Das machten die Frauen in früheren Tagen, wenn der Brotteig wieder ruhen und reifen musste. Gebacken wurde anschließend das Brot im Gemeindebackofen zu Oberwolkersdorf. Heute, 200 Jahre später, ließen die Bürgergemeinschaft Wolkersdorf zusammen mit den Familien Wild und Kohlbauer diese Tradition wiederaufleben.

In den 1960ern wurde die Arbeit mit dem Gemeindebackofen eingestellt. Danach geriet der Backofen in Vergessenheit und verfiel. Die Familie Wild kaufte das alte Jägerhaus in der Hofstelle um das Wasserschloß und erwarb somit auch den Gemeindebackofen. In mühevoller Kleinarbeit restaurierte die Familie das Haus und den Backofen.

Zusammen mit ihren Nachbarn, der Familie Kohlbauer, betreibt die Familie Wild den Backofen in Eigenregie und bäckt Brot für den Eigenkonsum. Ernst Wild pflegt seine Sauerteigkulturen, die er für den Brotteig benötigt. Zusammen mit der Hefe, einem hochwertigen Mehl und viel Geduld bereitet er den Brotteig zu.

Dazwischen muss der Teig immer wieder ruhen und gehen. Diese Zeit nutzten in früheren Jahren die Bäuerinnen und führten Gespräche. Daher kommt auch der Begriff: „Backen und Ratschen“. „Der Bäcker benötigt für das Kneten des Teiges sieben Minuten. Ich brauche für die gleiche Menge in Handarbeit zweieinhalb Stunden“, erklärte Ernst Wild den interessierten Besuchern. Dafür berührt kein Metall den Teil und verändert die Konsistenz.

„Bei uns wird CO2-neutral zubereitet – mit Geduld und Liebe“, so Wild weiter. Und das schmeckt man auch. Allein der Anblick der fertigen Brotlaibe lässt den Besuchern das Wasser im Mund zusammenlaufen. Zusammen mit regionalem Schinken, selbstgemachten Obazda, Griebenschmalz und Bauernkäse schmeckt es am besten. Dazu ein regionales Bier und der Gaumenschmaus ist perfekt. Die ideale Basis zum Zusammensitzen und Ratschen.

Das Brotbackfest war die ideale Veranstaltung, den schnellen Tagesablauf in der heutigen Zeit zu entschleunigen. Somit konnte die Bürgergemeinschaft den Besuchern eine kleine Auszeit vom Alltag zukommen lassen und gleichzeitig viel Zeit zum Ratschen mit einem leckeren Brotgenuss gönnen.

Klaus Waldmüller

 

 backofenfestbackofenfest2backofenfest3backofenfest4backofenfest5backofenfest7