Parkour-Workshop

Parkour-Workshop von "mischen!" im Chilling Area

chilling area_tic_tacWie überwinde ich schnell und effizient ein Hindernis? Dies Frage beschäftigt viele Kinder und Jugendliche. Parkour - ist die Antwort und steht für Freiheit und Motivation, seine Bewegungen geschmeidig auszuführen und sich sicher durch seine Umgebung zu bewegen. Kinder und Jugendliche der Chilling Area Wolkersdorf konnten in einem Workshop von „mischen!“ ihr Talent ausprobieren.

 

WOLKERSDORF – „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, einmal was ganz Anderes auszuprobieren“, erklärt die 14-jährige Vanessa und ist ganz stolz, wie mutig sie die Hindernisse bewältigt hat. Möglich machte das ein Parkourtraining in Zusammenarbeit mit „mischen!“, ein Projekt der Kinder- und Jungendkulturtage des Bezirks Mittelfranken.

Bereits zum zwölften Mal finden diese Kinder- und Jugendkulturtage statt, die dieses Jahr unter dem Motto 360° stehen. Gemeinsames erleben, erfahren und teilen steht im Vordergrund, „denn das, was und wer uns umgibt, wirkt auf uns ein!“, so das Motto. Trotzdem besitzt jeder seine eigene Rundum-Perspektive - seine eigenen 360°. Durch das Kennenlernen verschiedener Perspektiven, besteht die Möglichkeit, die eigene zu erweitern.

Doch was hat das mit einem Parkourtraining gemeinsam? Die springen doch nur wie verrückt durch die Gegend. Dies denken sich viele von uns. „Doch Parkour bewegt sich im Zwischenbereich zwischen Kunst und Kultur, wahrscheinlich eine der klassischsten Jugendkulturen, die es aktuell gibt“, erklärt Parkourprofi und Workshopleiter Max Heckl. Der Mensch braucht eben die Welt um sich herum und den eigenen Körper.

Jeder geht bei diesem Training seinen individuellen Weg entsprechend seinen Ressourcen und Fähigkeiten. Diese lernt der Teilnehmer sehr schnell bei dem Training. „Wenn du den Fuß falsch ansetzt, biste weg und liegste am Boden“, erklärt Vanessa. Doch mutig trainiert sie weiter, schließlich will sie die Kiste erklimmen.

Das gemeinsame Training findet grundsätzlich im Freien statt. Dabei muss sich der Schüler aus seinem erlernten, klassischen Bewegungsschema lösen und sich unbekannten Herausforderungen stellen. „Hier wird lösungsorientiertes Denken und Handeln der Kids gefördert“, so Heckl.

„Gleichzeitig entwickeln die Kinder und Jugendlichen durch die gemeinsame Grenzerfahrung ein empathisches Empfinden und stärken damit ihren Zusammenhalt“, ergänzt Nicole Gegner, Leiterin des Kinder- und Jugendtreffs „Chilling Area“, die das Parkourtraining nach Wolkersdorf geholt hatte.

„Du musst den linken Fuß weiter oben ansetzten und den Druck auf den zweiten Fuß geben, dann kannst du dich nach oben wegdrücken!“ Solche oder ähnliche verbalen Hilfen gibt Heckl den Kindern und Jugendlichen. Und wenn es darauf ankommt, lang er auch selbst hin und gibt mit seiner Hand eine Unterstützung für den Kinderfuß.

Geübt wird auf Holzhindernissen, die Heckel in seinem Parkourmobil immer dabei hat. Die sind praktisch, zusammenklappbar, leicht zu transportieren, rutschfest, wenn sie aufgebaut sind und können sowohl im Innen, als auch im Außenbereich, verwendet werden. Dargestellt werden Mauern, Geländer oder Hindernisse.

Trainiert werden zuerst die Grundtechniken wie der „Wall Run“ oder der „Tic Tac“, die sich als nützlich und effizient erwiesen haben und der Balance und der Mobilisation dienen. Als Abschluss folgen kleine Anwendungen und Spiele. Dabei müssen die Lernenden improvisieren und selbstständig oder im Team nach Lösungen suchen.

Zwei Tage volles Training bei strahlendem Sonnenschein. „Auch wenn am nächsten Tag einem alles vor Muskelkater weh tut – es hat einfach mega Spaß gemacht“, lächelt Vanessa und geht zufrieden nach Hause.

 

Text/Fotos: Klaus Waldmüller

 

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