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Martinszug der Bürgergemeinschaft
Aufgeregt standen einige Kinder mit selbst gebastelten Laternen vor der katholischen Kirche Verklärung Christi in Wolkersdorf, während im Gotteshaus eine kurze Andacht zum Leben und Wirken des Heiligen Martins stattfand. „Der Heilige Martin hatte ein Herz für die Armen und Schwachen und half diesen wo und wann er immer nur konnte“, erklärte Kaplan Michael Radtke, „gleichwohl er damals gegen das Gesetz verstieß und von den Römern für seine christlichen Taten verfolgt wurde, entschloss er sich, diesen Menschen weiterhin zu helfen“. Mit liebevoll geschneiderten und gebastelten Kostümen standen die Schüler der Zwieseltalschule im Altarraum. Eltern, Großeltern, Onkeln und Tanten konnten so voller Stolz ihre Sprösslinge bewundern.
Mit Einbruch der Dunkelheit wuchs die Aufgeregtheit der draußen Wartenden. Endlich kamen die Martinsbegleiter in römischen Rüstungen aus der Kirche, entzündeten die Fackeln für die Wegbeleuchtung und stellten sich für den Martinszug auf. Nun konnte es nicht mehr lange dauern.
Singend mit dem Evergreen „ich geht mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir“ setzte sich der große Umzug mit den bunt leuchtenden Laternen in Bewegung. Stolz trugen die Kinder ihre Laternen und dabei spiegelten sich die Farben in ihren leuchtenden Augen. Allen voran Sankt Martin mit seinem roten Mantel auf dem Pferd. Auf der Wiese vor der Schule wurde der ganze Zug von den Pfadfindern bereits erwartet, die das Martinsfeuer entzündeten. Rund um das Feuer konnten sich die Kinder und Erwachsenen bei Kinderpunsch und Glühwein aufwärmen. Pfadfinder verteilten das von der fränkischen Dorfbäckerei Karg gespendete Martinsbrot. Das Teilen dieses erinnert symbolisch an die Taten des Heiligen Martin. Auf einer leichten Anhöhe stand im Scheinwerferlicht, wie ein leuchtender Engel in der Nacht, der Posaunenchor Dietersdorf und sorgte für eine angenehme, vorweihnachtliche Stimmung.
Für alle Beteiligte war dies ein unvergesslicher Höhepunkt in der beginnenden Vorweihnachtszeit. Mehr als 30 Jahre unermüdlichen Einsatz zeigten die Helfer und Organisatoren bei der Durchführung des Martinszuges. Auch nach so vielen Jahren leuchten die Augen der Helfer wie beim ersten Martinszug. Helga Kerschbaum und Dorothea Geitner mit ihrem Helferteam von der Bürgergemeinschaft sowie Carola Stöhr von der Zwieseltalschule ließen die Geschichte und die Taten des Heiligen Martins im Jubiläumsjahr lebendig werden. Am Ende erklang es leise durch die Nacht: „Mein Licht ist aus, ich geh' nach Haus, la bimmel, la bammel, la bum“.
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