Verabschiedung Pfarrer Rainer Kroninger

Im November 2011 wurde Pfarrer Rainer Kroninger in das Amt des ev. Pfarrers der Christophoruskirche Wolkersdorf eingeführt. Knapp sechs Jahre später geht Kroninger zusammen mit seiner Ehefrau Marga Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Insgesamt war Kroninger 38 Jahre als Pfarrer in verschiedenen Ämtern und Pfarreien tätig. Dekan Klaus Stiegler bescheinigte Kroninger, dass er bei der „Vereinigung von Kirche und Familie immer das richtige Maß gefunden hat“. So ist Kroninger seinem Motto „sorgsam und mit Bedacht für das Evangelium zu arbeiten“ treu geblieben.

Verabschiedung KroningerFreudstrahlend und immer ein Lächeln auf den Lippen – so kannten ihn die Menschen. Auch traten die Kroningers immer im Duo auf: er als Pfarrer – sie als ehrenamtliche Pfarrersfrau. Gemeinsamkeiten, Zusammenwirken und gemeinsames Arbeiten waren einige wichtige Eckpfeiler im Gemeindewirken und -leben der Kroningers. Und dies traf in der Wolkersdorfer Kirchengemeinde auf offene Herzen.

So waren die knapp sechs Jahre für alle Anwesenden bei der feierlichen Verabschiedung gefühlt einfach zu kurz. „Als wäre die Einführung erst gestern gewesen“, erklärte Oberbürgermeister Matthias Thürauf die gute Zusammenarbeit mit Pfarrer Kroninger und MdL Karl Freller griff für Koningers Tun das Gleichnis des Sauerteigs auf, aus dem nahrhaftes Brot gepaart mit Achtsamkeit und Respekt zu jedem einzelnen entstand.

Kroninger selbst wählte in seiner Abschiedspredigt das Gleichnis vom Sämann, der großzügig mit dem Saatgut umgeht. Spannenderweise geht daraus eine Vielzahl von Menschen unterschiedlicher Charaktere und Couleurs, je nach gesellschaftlicher Bedingungen und Entwicklung hervor. „Für mich war dies einfach schön, zu sehen, was sich in 38 Jahren Pfarrerswirken entwickelt hat – von der Freude bis hin zur Abkehr“, erklärte Kroninger. „Doch manch´ harte Diskussion war auch der Türöffner für eine anschließende tolle Zusammenarbeit“, darüber freute sich Kroninger besonders. Als Symbol für die aufgehende Saat verteilte Kroninger Blumenzwiebeln, die bereits wenige Zentimeter ausgetrieben waren: „Hegt diese und schaut, wie sie sich entwickeln“, gab er den Empfängern mit auf den Weg.

Verabschiedung Kroninger_BGWGerade dieses gemeinsame Zusammenspiel und die Offenheit für die Menschen spiegelten sich im Wirken des Pfarrers und der Pfarrersfrau in ihrem Gemeindeleben wider. Dies stellte auch der kath. Pfarrer Edmund Wolfsteiner heraus, der in seinen Grußworten auf die These „Die Zukunft des Christentums ist christlich, oder gar nicht!“ verwies. Kroninger habe einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, die Ökumene voranzutreiben. Gemeinsam haben sie die christliche Hoffnung in die Zukunft strahlen lassen und in der Realität im Miteinander gelebt.

Die Liste der Abschiedsvorträge war schier unendlich: die Kindergartenkinder, die Gottesdienstkinder, die ev. Nachbarspfarrei, der Kirchenvorstand, die kath. Kirchengemeinde, die Delegation Christophorikirche Breslau, der Diakonieverein Zwieseltal, viele Gemeindemitglieder, der Elternbeirat, die Kindergartenfreunde, der Gospelchor „Coloured Voices“, die Bürgergemeinschaft, die Feuerwehr oder die Patchwork-Künstlerinnen.

Herzlich war der Abschied, individuell die Präsente, persönlich die Worte und herzzerreißend manche Tränen. „Und wenn das Leiden einmal zu groß ist, dann haut einfach einen Motivationssong rein, so wie der Gospelchor, dann geht es gleich wieder besser“, gab Kroninger sichtlich gerührt als Abschied mit auf den Weg, bedankte sich für alles, nahm seine Marga in den Arm und beide strahlten über das ganze Gesicht – so wie die letzten sechs Jahre.

Ab März erlebt die ev. Kirchengemeinde Christophoruskirche Wolkersdorf dann eine Vakanz. Die kirchlichen Dienstleistungen werden von den Pfarrern und Pfarrerinnen der umliegenden Kirchengemeinden als Gemeinschaftsaufgabe bewältigt. Nach der Ausschreibung der Pfarrstelle im kirchlichen Amtsblatt könne sich Interessen auf die Pfarrstelle bewerben. Dekan Stiegler geht davon aus, dass die Pfarrstelle nach den Sommerferien wieder neu besetzt werden kann.

Klaus Waldmüller